Jun 30, 2010 | atsil | Category:Live Green + Clean
Mit Tausenden Kraftwerken in der Sahara will die Desertec-Initiative Sonnenstrom für Europa produzieren. Die Wüstensonne ist verlässlicher als der Nordseewind, ihre Wärme lässt sich gut speichern. Doch zu viel Fördergeld fließt in eine andere Technik: die Photovoltaik.
Mehr dazu: “Jünger des Lichts” von Cordula Meyer (SPIEGEL)
Das Desertec-Konzept sieht vor, im Nahen Osten (engl. Middle East) und Nord-Afrika (zusammen MENA) mithilfe von solarthermischen Kraftwerken, eventuell auch Photovoltaik und Windparks die Stromerzeugung und eventuell Wasserentsalzung voranzutreiben und den sauberen Strom dann mittels HVDC-Leitungen (High Voltage Direct Current = Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung, HGÜ) in diese Länder und ab 2020 (mit insgesamt 10–15 % Übertragungsverlust) bis nach Europa zu leiten.
Und wenn man sich die Solartürme der Anlage Solúcar, die dem spanischen Konzern Abengoa gehört, anschaut, so sind sie wohl das Futuristischste, was die Sonnenbranche derzeit zu bieten hat:

Kritiker an dem Projekt Desertec jedoch sprechen von einem “trojanischen Pferd”:
“Erneuerbare Energien sind in der Fläche verteilt und können auch in der Fläche geerntet werden. Der Charme der erneuerbaren Energien liegt in der Entwicklung einer dezentralen Erzeugung und damit auch in einer schleichenden Demokratisierung der Energieversorgung. Atomarfossile Großkraftwerke sollen beim Desertec-Projekt aber nur durch erneuerbare Großkraftwerke ersetzt werden und damit die Vorherrschaft einiger weniger Energiekonzerne sichern, denen mit dem Ausbau erneuerbarer Energien die Felle davonschwimmen. Die Perspektiven für diese Unternehmen sind bedrohlich. Sie verlieren wegen des Ausbaus erneuerbarer Energien vor Ort jedes Jahr weitere Marktanteile an kleine und mittlere Unternehmen und Privatleute. Deshalb stehen sie massiv unter Druck und wollen sich mit Desertec retten”
Quelle: Trojanisches Sonnenpferd (blog.metropolsolar.de)