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Verfahren gegen Shell und Chevron

Jun 1, 2009 | atsil2 | Category:Aktuell

Die Fakten sind grausam, der Schaden unermeßlich. Multinationale Ölkonzerne wie Shell Petroleum, ChevronTexaco und ExxonMobile erzielen unzählige Milliarden von Dollar Gewinn und fügen global Millionen von Menschen unermeßlichen Schaden zu.

Menschen in Burma, Ecuador, Irak, Kazachstan, Nigeria, auf den Philippinen und in geringerem Maße sogar in Kanada und den USA1 werden durch die Bohrungen, die Förderung, die Raffinerie sowie durch den Transport von Rohöl und seinen Produkten auf das Schwerste geschädigt. Durch das Ableiten toxischer Abfälle in der unmittelbaren Umgebung der Bohrlöcher (wie im Regenwald von Ecuador) erfolgt eine fast unumkehrbare Zerstörung von Natur und Umwelt.

Die Menschen erleiden den Verlust ihrer sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebensräume: Ihre Umwelt wird zerstört und sie fallen Krankheiten zum Opfer, die durch die toxischen Verschmutzungen des Grundwassers, des Oberflächenwassers, der Anbauflächen sowie der Luft verursacht werden. Zusätzlich sind die Menschen, die gegen diese Zerstörung protestieren, bewaffneten Angriffen durch militärische Terrorgruppen ausgesetzt, und werden auf Anweisung oder mit Duldung staatlicher Obrigkeiten gefoltert, verstümmelt oder ermordet.

Nach dem Abzug der Ölfirmen, ist die Bevölkerung in der Regel unfähig, ohne Hilfe aus dem Ausland zu überleben. Und auch wenn die Firmen noch vor Ort sind, werden die Menschen von Hungersnöten, Epidemien, angeborene Mißbildungen und bitterer Armut heimgesucht. Durch den Verlust ihrer Kultur und ihrer religiösen Stätten sowie durch die erzwungene Räumung ihrer angestammten Siedlungen, erleiden diese Menschen die Auflösung ihrer sozialen Strukturen und Traditionen. Mit ihrer Identität verlieren sie auch ihre Zukunft.

Zur Zeit müssen sich zwei der größten Mineralölfirmen mit gerichtlichen Forderungen nach Wiedergutmachung auseinandersetzen, deren Höhe sich auf Abermillionen von Dollar belaufen:

Chevron-Texaco, wegen der Zerstörung der Regenwaldreservate indigener Stämme in Ecuador. Und Shell, wegen des Vorwurfes, an der Hinrichtung der sogenannte Ogoni 9 im Niger-Delta (Nigeria) mitverantwortlich gewesen zu sein. Dieser Gruppe von neun Aktivisten aus der Ogoni-Region gehörte auch Ken Saro-Wiwa an, der Schriftsteller, Dramatiker und Träger des “Alternativen Nobelpreises” von 1994.

Eine weitere Klage auf Reparation der durch mehrere Ölkatastrophen in Nigeria verursachten Umweltzerstörungen wurde gegen Shell im Mai 2008 in den Niederlanden eingereicht.

Die Chevron- und Shell-Befürworter streiten eine alleinige Verantwortung der Umweltzerstörungen bzw. eine Mitverantwortung an den Morden vehement ab. Man muß mit ihnen nicht an einem Strang ziehen, um sich klarmachen, daß Ölgiganten wie Shell und Chevron ohne die Unterstützung und ohne die Zusammenarbeit mit der Obrigkeit besagter Länder nicht in der Lage gewesen wären, ihre extensiven Ölförderprogramme durchzuführen. Gerichtsverfahren gegen Ölmultis sollten zeitnah mit Klagen gegen grausame Dikatoren, machtbesessene Militärs, korrupte Behörden, verantwortungslose nationale Firmen sowie gegen gewinnsüchtige Einzelpersonen durchgeführt werden.

Doch wer wagt es, den ersten Stein zu werfen?!

Ecuador 2007: Justicia now!


  1. Strafe wg. Wasserbelastung durch MTBE – s. Bericht in der New York Times

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NEWS UPDATE


Shell zahlt $15,5 Millionen in außergerichtlichem Vergleich

Royal Dutch Shell, der große Mineralölkonzern, erklärte sich zur Zahlung von 15,5 Millionen Dollar bereit und beendete somit einen Rechtstreit, in dem der Ölgigant beschuldigt wurde, an Menschen-rechtsverletzungen im Niger Delta der frühen 1990er Jahre beteiligt gewesen zu sein. Eine beachtliche Summe, wenn man bedenkt, daß Shell bis dato jegliches Fehlverhalten bestritten hatte.
Von JAD MOUAWAD (New York Times)




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