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Kinderprostitution in Kambodscha

21. Januar 2009 | Von atsil | Kategorie:Frauen aktuell3

Opfer sexueller Ausbeutung werden allein in Kambodscha jeden Tag etwa 50.000 Frauen und Mädchen; davon ist mindestens ein Drittel jünger als 18 Jahre. Dies gründet auch auf dem weit verbreiteten Irrglauben, dass Geschlechtsverkehr mit Jungfrauen eine HIV-Immunität bewirken kann.

In seinem Bericht über die jugendliche Long Pross schreibt Nicholas D. Kristof:

Pross war 13 und hatte noch nicht einmal ihre erste Periode gehabt, als sie von einer jungen Frau entführt und an ein Bordell in Phnom Penh verkauft wurde. Die Besitzerin des Bordells (gewöhnlich sind das in Kambodscha Frauen), schlug Pross und folterte sie mit einem Stromkabel, bis das Mädchen klein beigab. Wie viele Mädchen, wurde Pross qualvoll wieder zugenäht, damit sie mehrmals – insgesamt viermal – als Jungfrau verkauft werden konnte.

The Face of Slavery

Long Pross wurde zwei Mal schwanger und das Opfer brutaler Abtreibungsmethoden. Nach der zweiten Abtreibung stach ihr die Bordellbesitzerin in einem Wutanfall ein Auge aus. Sie wurde unbrauchbar und frei. Mit Hilfe von Sina Vann bereitet sich Long Pross derzeit auf ihr neues Leben in Freiheit vor.

Quelle: If This Isn’t Slavery, What Is?

Das “Geschäftsmodell” der Zwangsprostitution gleicht sich – von Pakistan über Vietnam bis in die Vereinigten Staaten:

Weltkarte: Kindersklaverei in der Prostitution

Zuhälter verwenden Gewalt, Erniedrigung und Drogen um das Selbstbewußtsein der Mädchen zu zerstören. Sie werden so lange terrorisiert, bis sie gehorchen – bedingungslos und unverzüglich.


Somaly Mam

Eine Aktivistin im Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von jungen Mädchen und Frauen.

Fighting Sex Trafficking in Cambodia

Im Alter von sechs Jahren wurde sie von ihrer Familie an einen älteren Mann verkauft, um dessen Haushalt zu führen. Im Alter von 14 Jahren wird sie dann an ein Bordell in Phnom Penh weiter verkauft. Sie wird mehrere Jahre lang in die Kinderprostitution gezwungen. Ihr Leben ändert sich, als sie ihren späteren Mann, den Franzosen Pierre Legros, kennen lernt. Mit seiner Hilfe kann sie der Prostitution entkommen.

Quelle: Somaly Mam (wikipedia)

1996 gründete Somaly Mam die Nichtregierungsorganisation AFESIP (Agir pour les femmes en situation précaire), die minderjährigen Prostituierten Schutz und Rückhalt gibt. UNICEF unterstützt diese Arbeit seit 1997, unter anderem mit Spenden aus Deutschland.

Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Am 24.November 2008 wurde ihr von Bundespräsident Horst Köhler der mit 1 Millionn Euro dotierte Roland Berger Preis für Menschenwürde überreicht.

Auf Deutsch erschien von ihr das Buch “Das Schweigen der Unschuld”

„Kinderprostitution ist eine besonders schlimme Form der Sklaverei“, sagte Heide Simonis, Vorsitzende von UNICEF Deutschland, bei der Vorstellung des Buches in Berlin. „Somaly Mam bricht das Schweigen der Opfer und macht den betroffenen Mädchen und Frauen Mut, einen Ausweg aus ihrem Schicksal zu suchen. Ihr Buch ist ein Appell an Regierungen und Öffentlichkeit, nicht länger weg zu sehen und energisch gegen Ausbeuter und die Drahtzieher des Sex-Geschäfts mit Kindern vorzugehen.“

Quelle: Das Schweigen brechen (UNICEF Deutschland)

Hilfsprojekte:

Filme:

  • “Holly” von Guy Moshe (priorityfilms.com)
  • “Trade” von Roland Emmerich und Rosilyn Heller (tradethemovie.com)

Links:

 

SPENDEN

UNICEF DEUTSCHLAND

TERRE DES HOMMES

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