Obama: Schnelles Durchgreifen in Darfur gefordert
6. November 2008 | Von atsil | Kategorie: Genozid in Darfur, VideosWährend der neu gewählte US-amerikanische Präsident sich den Herausforderungen einer Weltwirtschaftskrise und zweier Kriege im Irak und in Afghanistan gegenübersieht, fordert ENOUGH - eine NGO-Organisation - von Barack Obama, gegen die Krise in Darfur vorzugehen.
ENOUGH ist ein Projekt des Center for American Progress (eines politischen think tanks). Ihr stellvertretender Vorsitzende John Prendergast teilte dem Afrika-Service-Reporter De Capua des Voice of America mit, daß ein Brief an Obama unterwegs sei, der ihn dazu auffordert, einen Friedensvorstoß im Sudan zu initiieren.
“Wir haben den militärischen Vorstoß im Irak gesehen. Wir haben den Entwicklungsvorstoß gesehen, den die NATO für Afghanistan ankündigte. Was jedoch im Sudan und darüber hinaus am Horn und im Osten von Afrika dringend nötig ist, das ist ein Friedensvorstoß. Für den Sudan bedeutet das insbesondere einen nachhaltigen Friedensprozeß auf hohem Niveau, durch den in den verschiedenen Bereichen, die im Darfur-Konflikt betroffen sind, eine Lösung gefunden wird. Und der dazu beiträgt, die Anstrengungen zu verdoppeln, damit das Friedensabkommen von 2005 für den Südsudan umgesetzt wird” sagte Prendergast.
Dieser Vorstoß sei kostengünstig, erfordere jedoch diplomatisches Fingerspitzengefühl. Der ENOUGH-Brief fordert Mr. Obama auf, einen Ausschuß für Darfur einzurichten.
“Es geht vor allem darum, einige Leute, ein Team von Leuten, auf den Fall anzusetzen - mit dem Ziel, die Krise im Sudan zu beenden und nicht einfach nur - durch einen massiven Einsatz von humanitärer Hilfe und Unterstützung durch Friedenstruppen - deren Symptome zu bearbeiten.”
Prendergast sähe es nur zu gerne, wenn dieses Team in den ersten 100 Tagen nach Obamas Amtsantritt vor Ort sein könnte:
“… Diese Zeit wird benötigt, um die Parameter zu setzen und die Agenda zu entwickeln. Natürlich werden viel größere Probleme anzupacken sein - wesentlich größere Fische müssen in Obamas Küche zuerst gebraten werden. Selbstverständlich. Aber es gehört mit zum Regieren, rumzulaufen, Kaugummi zu kauen und Kekse zu essen und zwar alles auf einmal. Wir glauben, daß die Administration es schaffen kann, der Initiierung eines nachhaltigen und seriösen Friedensprozesses für Darfur oberste Priorität einzuräumen”
Im weiteren Gespräch verwies er darauf, daß die USA an einer umfassenden globalen Friedensanstrengung teilnehmen müsse. Nicht so sehr als Vermittler, sondern indem sie einen strategischen Zusammenhang herstellen. Doch dafür gäbe es noch keinen Plan.
Was Prendergast noch weiter zum Internationalen Strafgerichtshof sagte, zur Flugverbotszone im Westsudan - er befürchtet die baldige Schließung des Luftraumes dort für die humanitären Hilfeorganisation! - sowie über die Einbindung von China und der Golfstaaten in den Friedensprozeß - dies alles können sie lesen und hören auf der Website der Voice of America:
- Lesen: President-Elect Obama Asked to Take Quick Action on Darfur (VOA)
- Anhören: De Capua-Intervie mit John Prendergast (mp3)
- Speichern: De Capua-Intervie mit John Prendergast (mp3)
Ergänzende Links:
ENOUGH - Das Projekt gegen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
ENOUGH: Ante Up for Africa (youtube-video)

