Menschenrechtsaktivisten in Burma verurteilt

23. November 2008 | Von atsil | Kategorie: Read the World!

Die Beobachter der Situation in Burma (Myanmar) bei Human Rights Watch berichten von einer konzertierten Aktion gegen oppositionelle Demonstranten:


Über 70 Aktivisten - Mönche, Nonnen, StudentInnen, Journalisten und Gewerkschafter - wurden in den vergangenen Wochen in geheimen Gerichtsverhandlungen einzeln oder in Gruppen (ohne Beachtung des Einzelfalles) zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt.

Zuletzt am 11. November 2008, als 14 Insassen im berüchtigen Insein Gefängnis zu individuellen Gefängnisstrafen bis zu 65 Jahren verurteilt wurden. Ihr Straftat: Teilnahme an den friedlichen Protesten im September 2007 (s. auch die sog. Safran-Revolution)

Quelle: Burma: Free Activists Sentenced by Unfair Courts

Elaine Pearson, die Asienbeauftragte von Human Rights Watch meint zur allgemeinen Situation in Myanmar:

“Es ist kein Geheimnis, daß Burmas Militärherrscher die Gesetze nicht respektieren - in den vergangenen Wochen gab es ein konzentriertes scharfes Vorgehen gegen die Inhaber von abweichenden Meinungen mit dem klaren Ziel, die Bevölkerung einzuschüchtern. Diese friedfertigen Aktivisten sollten nicht angeklagt werden und schon gar nicht jahrelang gefangengehalten werden aufgrund von unfairen Gerichtsverhandlungen.”

Hintergrundinformation: Menschenrechtssitutation in Burma (engl. - wikipedia.org)

So wurde der in Myanmar populäre Comedian Zarganar wegen Verstoßes gegen das nationale Telekommunikationsgesetz zu 45 Jahren Haft verurteilt. Zarganar gehörte einer Gruppe von Comedians und Unterhaltern an, die bedürftige Opfer des Zyklons Nargis mit privaten Spenden versorgte und der wegen regierungskritischen Interviews, die er ausländischen News-Gruppen gab, mehrfach verhaftet wurde - zuletzt im Juni 2008.

Quelle: Richard Power (opednews)

Lesen Sie dazu auch die Erinnerungen von Ko Bo Kyi:

Der 8. August erinnert Sie vielleicht an die Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking 2008 - mich hingegen erinnert er an den 8. August 1988 in Burma. Da in Asien die Acht schon immer eine Glückszahl war, beschloß damals das burmesische Volk sich zu erheben und für seine Freiheit zu kämpfen. Der 8. August 1988 hat mein Leben ebenso wie dasjenige von unzähligen Landsleuten für immer verändert. Denn während er für die Chinesen immer noch einen festlichen Auftakt symbolisiert, steht er für uns Burmesen für ein Massaker.

An diesem Tag marschierten Millionen von uns durch das ganze Land und riefen nach dem Ende der Militärdiktatur, das uns seit 1962 vom Rest der Welt isoliert hatte und uns total verarmen ließ. An diesem 8. August kulminierten die monatelangen und landesweiten Unruhen und die Armee begegnete uns mit erbarmungsloser Gewalt. Die Soldaten  erschossen an diesem Tag Tausende von Protestierenden und töteten in den darauf folgenden Wochen noch einmal schätzungsweise 3.000 Menschen. In den Straßen floß das Blut, aber es gab kaum Bilder davon und auch kein Internet, um die Nachrichten über unsere Grenzen hinweg zu verbreiten.

Weiterlesen: Erinnerung an den blutgetränkten Tag des Glücks (engl. - International Herald Tribune)

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