Gedenkstunde: 60. Jahrestag UN-Völkermordkonvention

30. November 2008 | Von atsil | Kategorie: Genozid in Darfur, Termine

Die Gesellschaft für bedrohte Völker veranstaltet eine Gedenkstunde

Am Dienstag, 09. Dezember 2008, ab 11:00 Uhr im Berliner Dom

Den 60. Jahrestag der Verabschiedung der UN-Konvention zur Verhütung und Bestrafung des Völkermordes möchten wir zum Anlass nehmen, um in einer zentralen Veranstaltung der Genozidopfer der vergangenen sechs Jahrzehnte zu gedenken. Denn obwohl diese Konvention Völkermord hätte verhindern sollen, ist die Kette dieser furchtbaren Verbrechen bis heute nicht abgerissen. In Afrika, Asien, Europa, Südamerika und im Nahen Osten hat es seit 1948 Genozide gegeben, ohne dass die internationale Gemeinschaft den Opfern rechtzeitig zu Hilfe gekommen ist.

In der Hauptstadt Deutschlands, das wie wohl kein anderes Land weltweit im 20. Jahrhundert vom Trauma des Völkermordes überschattet wurde, wollen wir uns gemeinsam mit der Domgemeinde und allen Interessierten an das Versprechen “Niemals wieder!” erinnern, das die Staatengemeinschaft sich nach dem 2. Weltkrieg gegeben – und bis heute nicht eingehalten hat.

Zeitzeugen aus Biafra, Tschetschenien, Bosnien, Guatemala, Ruanda und Irakisch-Kurdistan werden von ihren schweren Schicksalen berichten.

Neben Wortbeiträgen des “Simon Wiesenthal Centrum” Paris, des Auslandsbischofs der Evangelischen Kirche Deutschland Martin Schindehütte, des Gründers und Generalsekretärs der Gesellschaft für bedrohte Völker Tilman Zülch, des Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung Günter Nooke, der Dompredigerin Dr. Petra Zimmermann und des Sprechers der “International Association of Genocide Scholars” Prof. Gregory H. Stanton möchten wir durch Prof. Dr. Claudia Kraft (Geschichtswissenschaftlerin) den Initiator der UN-Völkermordkonvention Raphael Lemkin würdigen.

Berliner Jugendliche werden dazu Passagen der Völkermordkonvention verlesen.

Außerdem werden wir im Rahmen der Gedenkstunde die im Sudan behandelnde Ärztin und Buchautorin Dr. Halima Bashir und den Verteidiger Sarajevos und Menschenrechtler Jovan Divjak mit dem Victor-Gollancz-Preis der GfbV ehren.

Begleitet wird die Veranstaltung durch jüdische Musik von Klezmer Chidesch sowie durch kurdische Musik von Sivan Perwer und Khaled Rashid.

EINTRITT: Frei

Hier das genaue

Programm

  • 11:00 Jüdische Musik von Klezmer Chidesch
  • 11:15 Begrüßung und Geleitwort der Dompredigerin Dr. Petra Zimmermann und des Gründers und Generalsekretärs der Gesellschaft für bedrohte Völker, Tilman Zülch
  • 11:25 Sprecher des “Simon Wiesenthal Centrums” Paris: “Immer wieder? Niemals wieder!”
  • 11:30 Francis M. Deng, Sonderberater des UN-Generalsekretärs für die Verhinderung von Völkermord (angefragt)
  • 11:35 “Gebrochene Versprechen”: Jugendliche verschiedener Nationalitäten verlesen zentrale Passagen der UN-Konvention gegen Völkermord
  • 11:40 Prof. Dr. Claudia Kraft, Geschichtswissenschaftlerin: “Raphael Lemkin, der Initiator der Konvention gegen Völkermord”
  • 11:55 Kurzberichte von Überlebenden und Zeitzeugen:
    • Lipkan Basajewa, tschetschenische Menschenrechtlerin
    • Hatidza Mehmedovic, Überlebende des Völkermordes in Srebrenica
    • Khder Kareem, Bürgermeister von Halabja, Irakisch-Kurdistan
    • Rosalina Tuyuc, Menschenrechtlerin Guatemala
    • Pater Emanuel Youkhana, Vorsitzender der assyrisch-chaldäischen Hilfsorganisation CAPNI/Irak
    • Esther Mujawayo, Traumatherapeutin und Autorin aus Ruanda (angefragt)
    • Dr. Justin Akujieze, Chicago, früher Biafra/Ostnigeria
  • 12:30 Pause
  • 12:45 Musik: Sivan Perwer, kurdischer Künstler, “Das Lied von Halabja”
  • 12:50 Martin Schindehütte, Auslandsbischof Evangelische Kirche in Deutschland
  • 13:05 Prof. Gregory H. Stanton, Sprecher der “International Association of Genocide Scholars”: “Genozid verhindern!”
  • 13:15 Verleihung des Victor-Gollancz-Preises
    • Dr. Halima Bashir, Preisträgerin - Laudatio Günter Nooke, Meschenrechtspolitischer Sprecher der Bundesregierung
    • Jovan Divjak, Preisträger - Laudatio Tilman Zülch, Generalsekretär der GfbV

    Preisübergabe: Lyvia Gollancz, London/Tochter des jüdisch-britischen Humanisten, Verlegers, Schriftstellers, der während der NS-Zeit Anwalt der jüdischen Flüchtlinge aus Europa in England war, gegen die Atomangriffe auf Hiroshima und Nagasaki protestierte und nach dem Krieg für die Aussöhnung mit Deutschland und für die deutschen Vertriebenen eintrat.

  • 13:45 Musik: Khaled Rashid, kurdischer Musiker und Komponist
  • 13:55 Ende der Veranstaltung

Moderation: Prof. Gunnar Heinsohn, Universität Bremen, Autor und Herausgeber des “Lexikon der Völkermorde”

Download der Werbematerialien für die Veranstaltung:

Kontakt: GfbV-Aktionsreferat Torsten Flader, Tel. 0551 499 06-22 oder t.flader@gfbv.de

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