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Afghanistan: Gewinner und Verlierer

18. November 2008 | Von atsil | Kategorie:Read the World! Videos

Es gibt in Afghanistan einen ganz anderen Feind als die Taliban: Das ist die Opiumproduktion, welche die internationale Gemeinschaft bekämpfen muß.

Einige markante Zahlen:

  • Afghanistan befriedigt 93 Prozent des globalen Heroinbedarfes – der Großteil der Lieferungen erfolgt nach Europa und nach Rußland.
  • Mit ca. 4 Milliarden US-Dollar macht der Handel mit Drogen rund die Hälfte des afghanischen Bruttosozialprodukts aus – er stärkt die Extremisten, schwächt den im Aufbau sich befindenden afghanischen Staat und vergiftet die Rauschgiftsüchtigen in ganz Europa.

Ein UN-Bericht im Juli 2008 machte Einzelheiten über die Anwerbung ausländischer Chemiker durch dir afghanischen Drogenbarone bekannt – jene kommen zumeist aus der Türkei und aus Pakistan.

Weiterführende Links:

Verlorene Herzen

Solange das Pentagon  nicht mit einer effektiveren Strategie aufwarten kann, verlieren die USA ihren Kampf um die Herzen und die Überzeugungen in Afghanistan. Obwohl die Zahlen der durch die USA und durch die NATO-verursachten zivilen Toten 2007 wesentlich höher waren, sind die Todesraten für 2008 immer noch inakzeptabel.

Die Afghanen – viel zu viele von ihnen – betrachten die einst als Befreier angesehenen amerikanischen Truppen mittlerweile als ihre Feinde. Korruption und Inkompetenz der afghanischen Regierung unter der Leitung von Hamid Karzai, hat die Afghanen in die Hände der erstarkten Taliban zurückgetrieben.

Ähnliche Gerüchte sind über den schwindenden Glauben des afghanischen Volkes in seine Regierung zu vernehmen. Die Regierung versucht ihre Legitimität durch Strategien zur Aufstandsbekämpfung abzusichern. Wenn jedoch die einfachen Leute ihrer eigenen Regierung nicht mehr vertrauen, vertrauen sie auch jenen Ausländern immer weniger, die den Regierenden zu Macht verholfen haben.

Doch es gibt noch Hoffnung für einen Umschwung. Dabei nimmt der künftige amerikanische Präsident eine Schlüsselposition ein. Er und seine neue Regierung werden einen weitaus größeren Druck auf die afghanische Regierung ausüben können als bisher. Denn derjenige, der die afghanische Präsidentschaftswahl gewinnen will, muß sich der Unterstützung des bereits gewählten zukünftigen US-Präsidenten, Barack Obama versichern.

Mehr dazu:

Haroun Mir, der stellvertretende Direktor des Afghanistan Center for Research and Policy Studies in Kabul vergleicht die gegenwärtige militärische Situation in Afghanistan mit derjenigen der 1980er. Die Suche der Amerikaner nach einem Ausweg aus Afghanistan erscheint wie eine Blaupause der Flucht der Sowjets seinerzeit. Die Konsequenz der Aufgabe Afghanistans durch die Sowjetunion war das Erstarken des islamischen Extremismus’. Mir befürchtet, daß “die Konsequenzen eines frühzeitigen Auszugs aus Afghanistan auf jeden Fall schlimmer sein werden als das, was die Afghanen in den 1990er Jahren erfahren mußten.”

Lesen Sie den ganzen Artikel (engl. auf www.iht.com):

Eine ganz andere Bandbreite von Informationen über die wirklichen Verlierer in Afghanistan – über die Frauen und die Kinder nämlich – bietet die Website und der Youtube-Kanal von RAWA.ORG, einer afghanischen Frauenorganisation:

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