70. Jahrestag der “Kristallnacht”: Juden demonstrieren gegen Darfur

9. November 2008 | Von atsil | Kategorie: Genozid in Darfur

Verfolgung ist Juden nichts Fremdes und so führen jüdische Initiativen seit Jahren die Bewegung “Save Darfur” an.

Darfur - eine Region  im Westen des Sudan voller kulturellem Genozid. Heute versammeln diese Juden sich in Washington, um mit der Bewegung “Zelte der Hoffnung” (Tents of Hope) Solidarität zu bekunden mit den Opfern der Janjaweed.

Der 9. November ist nicht nur ein Tag der Demonstration gegen Völkermord. Er ist auch der 70. Jahrestag der furchtbaren “Kristallnacht” von 1938 in Hitler-Deutschland, dem Dritten Reich. In dieser einzigen Nacht hat der deutsche Mob, angestachelt durch die Nazi-Propaganda, jüdische Wohnungen, Geschäfte und insbesondere die Synagogen zerstört und 96 Menschen ermordet. Zwischen 1.000 und 2.000 Synagogen wurden niedergebrannt und die Nazis verhafteten bis zu 30.000 Juden und Jüdinnen und schickten sie in Konzentrationslager.

Mögen die Aktionen der heute (in den USA) demonstrierenden Gruppen dazu beitragen, daß wir uns in Zukunft an den 9. November nicht mehr als einen Tag des Hasses, sondern vielmehr als einen Tag des Friedens erinnern werden. Durch das Gedenken an die Gräueltaten des Holocaust und an diejenigen von Darfur können wir das Bewußtsein der Weltöffentlichkeit wecken. Und unserer Überzeugung Ausdruck verleihen:

Nie wieder!

Quelle: 70th Anniversary of Kristallnacht leads Jews to rally for Darfur (examiner.com)

Weiterführende Informationen:

Auf der Website des United States Holocaust Memorial Museum (USHMM): Informationen über die Geschichte des Völkermords einschließlich derjenigen über Darfur und über die Kristallnacht.

Veranstaltungen in Deutschland:

70 Jahre Reichspogromnacht – Eine ganze Stadt gedenkt (HaGalil Online)

1910 lebten in München noch 11.000 jüdische Bürger, im Jahr 1945 gab es 84 Überlebende. 4587 jüdische Münchner wurden von den NS-Verbrechern deportiert und in den Konzentrationslagern umgebracht.

An die 4587 jüdischen Bürger Münchens, die von den NS-Verbrechern ermordet wurden, wird jedes Jahr am 9. November am Gedenkstein der ehemaligen Münchner Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße gedacht. Durch das Verlesen ihrer Namen erhalten die Namenslosen wieder ein Gesicht und eine Geschichte. Die zehnte Namenslesung am 70. Jahrestag der Reichspogromnacht, die unter dem Motto „Jeder Mensch hat einen Namen – Eine ganze Stadt gedenkt“ steht, erreicht eine neue, einmalige Dimension.

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Ein Kommentar
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  1. Man sollte diese Thematik nicht mit der momentanen Unzufriedenheit mit den Industrie- und Bankmanagern mischen. Es ist erstaunlich, wie wenig sich ein Mann wie Ministerpräsident Wulff offensichtlich mit den Debatten der letzten Jahre befasst hat. Von Geschichte der letzten 70 Jahre ganz zu schweigen.

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