Bioenergie könnte der Armut in Westafrika entgegenwirken
17. Oktober 2008 | Von atsil | Kategorie:Biosprit“Nachhaltige Bioenergie ist eine Waffe, mit der westafrikanische Länder die Armut bekämpfen können”
So lautet die Kernaussage einer Studie, die gestern im Rahmen einer Veranstaltung der Welternährungsorganisation ( Food and Agriculture Organization of the United Nations, FAO) in Rom vorgestellt wurde.
Der Bericht mit dem Titel “Sustainable Bioenergy Report in UEMOA Member Countries” (auf deutsch: “Bericht über nachhaltige Bioenergie in UEMOA Mitgliedsstaaten“) ist ein Gemeinschaftsprojekt der UN Foundation (UNF), des Internationalen Zentrums für Handel und nachhaltige Entwicklung (ICTSD) und der Energy and Security Group (ESG). Er untersucht das Potential von Bioenergie in den acht Ländern der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA) – namentlich Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Guinea-Bissau, Mali, Niger, Senegal und Togo.
Laut Melinda Kimble, der Vizepräsidentin der UN Foundation, nimmt sich die Studie der Herausforderungen von Landwirtschaft und Energie an, denen sich die genannten westafrikanischen Länder gegenüber sehen und untersucht, in welchem Maße Bioenergie-Pflanzen und zeitgemäße Verwendungen von Biomasse in den ländlichen Gebieten vor Ort eine Rolle spielen könnten bei der Minderung von Armut und dem gleichzeitigen Schutz der Nahrungsmittelproduktion.
Im Auftrag der UEMOA und des “Rural Hub for Western and Central Africa”, einem westafrikanischen NGO-Netzwerk für ländliche Entwicklungen, fand der Bericht heraus, daß diese erdölimport-abhängigen Länder genügend anbaufähiges Land und Wälder besitzen, um ausreichend Nahrungsvorräte zu erzeugen und gleichzeitig Biomasse für die Produktion von großen Mengen an Bioenergie für den eigenen Bedarf zu herzustellen. Allerdings sind weniger als zwei Prozent des Ackerlandes bewässert und dadurch den häufig wechselnden Wetterbedingungen ausgeliefert. Größere Investitionen in Bewässerungsysteme ebenso wie in die Ausrüstungen für Düngung und Züchtung sind allenthalben notwendig, wenn die landwirtschaftlichen Erträge mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten sollen.
Dr. Ibrahim Assane Mayaki von “Rural Hub” meint, daß der Zugang zu bezahlbarer Energie unabdingbar sei für die Entwicklung ländlicher Gemeinden und dies werde oft vergessen.
“Bioenergie eröffnet den afrikanischen Bauern eine einmalige Gelegenheit um genau die Energie zu erzeugen, die sie für Futterpflanzen brauchen, um landwirtschaftliche Produktivität zu verbessern.”
Es werde allerdings ein wirkungsvoller politischer Rahmen auf örtlicher, regionaler und nationaler Ebene erforderlich sein, um die Realisierung dieser Umwandlungen sicherzustellen, damit alle Beteiligten gleichermaßen in den Genuß von Vorteilen kommen und negative Auswirkungen auf die Umwelt minimiert werden.
Im Fokus von politischen Entscheidungen müßten die Auswirkung auf die Nahrungsmittelsicherheit, auf die Umwelt und auf das landwirtschaftliche Produktionssystem bei der Entwicklung von Bio-Energie stehen.
Die acht UEMOA-Nationen, so die Studie, besäßen einen reichen Grundstock an Ressourcen, der durch eine Kombination von wirksamen politischen Entscheidungen und effektiven Verfahrensweisen erhalten werden könne – mit dem Ziel, die Erzeugung von und den Zugang zu Nahrungmitteln, Brenn- und Faserrohstoffen zu erweitern
“Die Umsetzung dieser Strategien – um die land- und forstwirtschaftliche Produktivität zu erhöhen, die Wassereinzugsgebiete zu schützen und Bioenergie zu produzieren, sollte auch ihre Fähigkeit stärken, sich dem Klimawandel anzupassen”
Quelle: UN News Centre – Pressemitteilung v. 16. Oktober 2008
Die komplette Studie kann auf der Website der UN Foundation eingesehen werden:
SUSTAINABLE BIOENERGY DEVELOPMENT IN UEMOA MEMBER COUNTRIES
(auch als PDF-Datei zum Herunterladen von der Website globalproblems-globalsolutions-files.org)