Porträt: Mo Ibrahim
22. Juli 2008 | Von atsil | Kategorie:Portrait
Mo Ibrahim, eigentlich Mohammed Ibrahim (*1946), ist ein britisch-sudanesischer Mobilfunkunternehmer, der sich für gute Regierungsführung in Afrika einsetzt.
Mo Ibrahim wurde 1946 als Sohn eines nubischen Baumwollhändlers geboren und wuchs in Ägypten auf. Er studierte in Alexandria und war während dieser Zeit glühender Marxist. Nach dem Studium arbeitete er bei der sudanesischen Telefongesellschaft, bis er die Möglichkeit erhielt, zur Weiterbildung nach Großbritannien zu gehen. Dort schloss er 1981 sein Doktorat ab, anschließend war er bei British Telecom als technischer Direktor für den damals noch neuen Bereich der Mobiltelefonie tätig.
1989 machte sich Mo Ibrahim mit der Software- und Beratungsfirma MSI selbstständig, die er 2000 für 618 Mio. US-Dollar an die italienische Marconi verkaufte. 1998 gründete er das Unternehmen Celtel, das in Afrika Mobiltelefonie anbietet. Fünf Jahre später verkaufte Ibrahim Celtel, die unterdessen in 13 Ländern tätig und der afrikanische Mobilfunkanbieter mit den höchsten Zuwachsraten war – für 3,4 Milliarden Dollar an ein kuwaitisches Unternehmen.
Seine eigene unternehmerische Erfahrung in Afrika veranlasste Mo Ibrahim dazu, sich zu fragen, worin die Hindernisse für die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas liegen. Er kam zu dem Schluss, dass vor allem schlechte Regierungsführung die Entwicklung hemmt, und gründete 2006 die Mo Ibrahim Foundation, die gute Regierungsführung (good governance) fördern soll. Die Foundation vergibt einen Preis für vorbildliche ehemalige Staatschefs in Afrika und erstellt eine Länderrangliste*. Letztere wurde erstmals Mitte 2007 veröffentlicht und nennt Mauritius, die Seychellen und Botswana als Länder mit der besten Regierungsführung, Somalia, die DR Kongo und Tschad als diejenigen mit der schlechtesten und Ruanda als Land mit den größten Fortschritten in den letzten Jahren.
Quelle: wikipedia
Weiterführende Links:
The new generation of African leaders faces a major challenge: lifting millions of people from poverty. This cannot be achieved without strong democratic societies; the functioning rule of law; the provision of health and educational facilities; an empowered civil society; and a framework conducive to strong economic growth. In other words, none of this can be achieved without good governance.
Die neue Generation politischer Führungskräfte in Afrika steht vor der kapitalen Herausforderung, Millionen von Menschen aus der Armut herauszuführen. Dies kann ohne starke demokratische Gemeinschaften nicht erreicht werden; nicht ohne wirksame Rechtsstaatlichkeit; nicht ohne Gesundheitsversorgung und ohne Erziehungseinrichtungen; nicht ohne die Erstarkung der bürgerlichen Gesellschaft sowie ohne Rahmenbedingungen, die Wirtschaftswachstum fördern. Mit anderen Worten: Ohne eine gute Regierung ist dies alles nicht zu machen.
*Der Ibrahim-Index – Erläuterungen und Arbeitspapiere
Als erster afrikanischer Ex-Staatschef wurde Joaquim Chissano mit dem Preis der Mo Ibrahim Foundation für gute Regierungsführung ausgezeichnet. In der Begründung hieß es, er habe zur Beendigung des Bürgerkrieges beigetragen sowie die Demokratisierung und die wirtschaftliche Entwicklung vorangetrieben. Es handelt sich nach Angaben der Stiftung um die lukrativste Auszeichnung der Welt. Über zehn Jahre lang werde an den Preisträger 5 Millionen Dollar, darauf folgend bis an das Lebensende jährlich 200.000 Dollar ausgezahlt. Außerdem können optional für Kampagnen, Initiativen und wohltätige Zwecke zusätzlich jährlich bis zu 200.000 US-Dollar an die Preisträger ausgeschüttet werden.
Quelle: wikinews.org – Ex-Präsident von Mosambik erhält Preis für gute Regierungsführung
