Pro und Contra: Haftbefehl gegen Al-Bashir?
Jul 16th, 2008 | By admin | Category: Genozid und OlympiaLuis Moreno-Ocampo, der Oberste Ankläger des IGH (Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag), will Sudans Diktator Al-Baschir wegen Völkermord in Darfur vor Gericht bringen.
Dies ist ein Präzidenzfall, denn gegen ein amtierendes Staatsoberhaupt wurde bisher noch nie ein Haftbefehl des IGH erlassen.
Siehe: fairplanet.net/2008/07/darfur.
Hierzu eine Leserumfrage:
PRO:
Dies würde auch weiteren Komplizen des Massenmordens, nicht nur im Sudan, signalisieren, dass auch sie für derartige Grausamkeiten zur Rechenschaft gezogen werden können.
KONTRA:
In der UNO werden Racheakte befürchtet. Außerdem werde u.U. die Arbeit humanitärer Hilfsorganisationen noch mehr erschwert als ohnehin schon. Der sudanesische UNO-Botschafter Abdalmahmood Abdalhaleem Mohamed sagte, jeder Versuch, den Staatschef festzunehmen, werde von der sudanesischen Regierung als Kriegserklärung betrachtet.
Heftige Kritik kam auch aus China, dem wichtigsten Handelspartner des ölreichen Sudans. Die Arabische Liga deren Mitglied der Sudan ist, berief eine Krisensitzung ihrer Außenminister ein.
PRO:
Zahlreiche Kenner der Lage meinen, dass Bashir nie an einem Frieden in Darfur interessiert gewesen sei und durch den Haftbefehl international stärker isoliert werde.
Was meinen Sie? Ist der IGH-Haftbefehl ein richtiger Schritt, ein Fehler oder können Sie sich garnicht entscheiden? Bitte stimmen Sie hier ab, oder teilen Sie Ihre Meinung in einem Kommentar mit.


[...] Hierzu auch eine Leser-Umfrage: fairplanet.net/2008/07/poll-sudan. [...]
Ich kann mich nur dem Vorredner Alex anschließen und rate zur Besonnenheit. Dieses Säbelrasseln wird nichts nützen. Der Sudan hat genug Unterstützer um seinen Kurs weiterzufahren und sogar noch zu festigen.
Die Aktion ist kontraproduktiv!
Es ist aber einfach wichtig klare Positionen zu beziehen. Völkermord ist ein Verbrechen. Verbrecher gehören bestraft, egal wie mächtig sie sind und egal welche einflussreichen Freunde sie haben. Da sollte es nichts zu überlegen geben, bei allem Respekt vor der Diplomatie.