Kenia, Simbabwe: Elefanten als Gemein- oder Privateigentum
19. Mai 2008 | Von DF | Kategorie: Support Humanity!
Wir lieben Tiere… und wir wollen das beste für die Menschen in Afrika. Es stellt sich allerdings das Problem, dass diese beiden Intentionen nicht immer miteinander harmonieren wollen.
Zum Beispiel sind Elefanten für einen afrikanischen Bauern keine Augenweide und keine sanften Riesen. Sie kommen dem Kleinbauern eher wie unerbittliche riesige Fressmaschinen vor, deren größtes Vergnügen es ist, seine Ernte aufzufressen (oder zu zertrampeln).
Wen sollte es da noch wundern, dass diese Bauern an der Armutsgrenze sich gegen die grauen Riesen wehren? Oft ist es der pure Überlebenskampf und nicht die Habgier der Bauern, die das Schicksal der Elefanten besiegelt. Dagegen helfen keine guten Ratschläge und keine Verbote.
Wer die widerstreitenden Interessen der Elefanten und der Menschen miteinander vereinen will, muss sich also überlegen, wie man einen gesunden Bestand an Elefanten zum Interesse der Bauern macht. Die Herausforderung liegt weniger in einer Verhaltensänderung durch Zwang, die nicht nachhaltig wäre, sondern durch verbesserte Anreize. In seinem Blog beim Daily Telegraph macht Daniel Hannan eine interessante Anmerkung zu eben dieser Frage:
Ponder the stories of two African states. Kenya banned the killing of elephants in 1979, effectively nationalising its herd. At around the same time, Rhodesia (as it still was) made elephants the property of those whose land they were on. The result? Thirty years on, Kenyan elephants have been all but wiped out, while Zimbabwe’s are as numerous as ever.
Führen Sie sich die Geschichten zweier afrikanischer Staaten zu Gemüte. Kenia hat 1979 das Töten von Elefanten verboten und seinen Bestand quasi verstaatlicht. Ungefähr zur selben Zeit erklärte Rhodesien (wie es damals noch hiess) Elefanten zum Eigentum derjenigen, auf deren Land sie sich befinden. Das Ergebnis? Dreissig Jahre später sind die kenianischen Elefanten beinahe ausgerottet, während sie in Zimbabwe so zahlreich sind wie eh und je.
Das Argument ist einfach. Was keinem gehört, darum kümmert sich auch niemand.
Wenn die Elefanten aber zum Eigentum derjenigen werden, auf deren Land sie sich bewegen, werden diese Landeigner sich darum bemühen nachhaltige Erträge aus der Gegenwart der Elefanten zu erwirtschaften. Das schliesst eine Bejagung zwar nicht aus, bedeutet aber auch, dass der Bestand durch die Besitzer gesichert wird. Warum sollte man eine Kuh schlachten, wenn man sie melken kann?
Bildnachweis: Addo Elephant Park, South Africa von Exfordy unterCC-Lizenz

