Picidae: wie die Große Chinesische Firewall in Zukunft umgangen werden kann

19. September 2007 | Von nikal | Kategorie: Support Humanity!

The Great Firewall of China“, so werden die verschiedenen Systeme bezeichnet, die in ihrer Gesamtheit in China eine staatliche Internetzensur ermöglichen. Ein neues Kunstprojekt soll nun helfen, die Zensur zu umgehen.

Erdacht wurde diese Idee von zwei Schweizer Künstlern und nennt sich picidae, das lateinische Wort für „Mauerspechte“. Picidae wandelt die betreffenden Websites in Bilder um, so können sie von den entsprechenden Zensurprogrammen nicht mehr erkannt werden. Auch alle weiter verlinkten Seiten werden umgewandelt, sodass am Ende die gesamte Seite gelesen werden kann, nur eben als Bild, als Screenshot. So wird sie von der Zensur nicht gefunden. Um Abschalten und Rückverfolgung zu verhindern, gibt es keine zentralen Serverlisten und –nummern, sämtliche Zugänge laufen ohne Namensnennungen.

Die beiden Initiatoren waren selbst einige Zeit in China um zu recherchieren und sich persönlich ein Bild der Lage zu machen. Das junge Projekt ist auf Unterstützung und Hilfe in jeder Form angewiesen.

In China werden alle urls nach unzulässigen Schlüsselwörtern (wie „Demokratie“, „Menschenrechte“ oder „Platz des Himmlichen Friedens“) durchsucht. Ab einer gewissen Anzahl dieser Wörter wird eine Seite gesperrt. Bestimmte Seiten wie wikipedia sind permanent gesperrt. Will man eine solche Seite anwählen, wird man entweder umgeleitet zu einer anderen Seite oder bekommt Fehlermeldungen.

Diese Art der Zensur kann jedoch nur mit Verbündeten wie Microsoft, Google und Yahoo funktionieren, die auf Grund von wirtschaftlichen Interessen die chinesische Führung in ihren Zensurvorhaben unterstützen. Auch Selbstzensur bzw. vorauseilender Gehorsam der Websitebetreiber tragen dazu bei, dass das Internet in China erfolgreich zensiert werden kann.

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