Just in time - Mehr zu Blackwater

28. September 2007 | Von DF | Kategorie: Read the World!

Zufälligerweise passend zu meiner gestrigen Analyse der Söldner-Problematik erschien ein Artikel in der Zeit von Ulrich Ladurner, Blutige Willkür der Söldner:

Wer sich fragt, warum die Worte Malikis ohne Folgen blieben, findet eine beunruhigende Antwort. Washington, der Patron der irakischen Regierung, hätte sich einen Rausschmiss der Firma nicht leisten können

Söldnerfirmen die vom Pentagon unter Vertrag genommen sind, können künftig durch das US Militär für Verfehlungen zur Verantwortung gezogen werden. Das berichtet Catherine MacRae Hockmuth im ARES Blog der Aviation Week. Zu beachten ist, dass dies nicht für Blackwater-Söldner gilt, wenn sie im Auftrag des State Department handeln:

Defense Secretary Robert Gates has ordered military commanders in Iraq to take a hard line on any abuse of power by private military contractors in the wake of deadly shootings that have triggered a diplomatic rift between the Bush administration and Iraqi Prime Minister Nouri Maliki.

Jeremy Scahill schreibt in The Nation über Blackwater:

But getting rid of Blackwater would not prove to be so easy. Four days after being grounded, Blackwater was back on Iraqi streets. After all, Blackwater is not just any security company in Iraq; it is the leading mercenary company of the US occupation. It first took on this role in the summer of 2003, after receiving a $27 million no-bid contract to provide security for Ambassador Paul Bremer, the original head of the Coalition Provisional Authority.

In Danger Room verweist Noah Schachtmann auf eine tiefergehende Untersuchung P.W. Singers ebendieser Problematik, deren Kernaussage sich mit meinem gestrigen Fazit deckt:

If we judge by what has happened in Iraq, when it comes to private military contractors and counterinsurgency, the U.S. has locked itself into a vicious cycle. It can’t win with them, but can’t go to war without them.

vgl.:

Es gibt leider kein Patentrezept, wie man sich der problematischen Militärdienstleister entledigen kann, ohne den Wiederaufbau und die Demokratisierung des Iraks zu stören. Zu stark haben sich
diese Firmen mit diesem Projekt verbunden, dass sie selbst immer wieder beschädigen.

Und schliesslich bleibt die Frage wie schnell sich die USA zurückziehen und dabei trotzdem einen stabilen, demokratischen und eigenständigen irakischen Staat hinterlassen können. Dass dies bald sein wird, bezweifelt David Axe in Danger Room:

[The M]anagement is still mostly American. It’s further evidence of the failure, four years into the occupation, to stand up competent, professional Iraqi mid-level leadership.

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