Mann gegen Müll - Michael Braungart

19. Juli 2007 | Von ml | Kategorie: Read the World!

Wir sollten uns ein Beispeil an den Ameisen nehmen, meint Michael Braungart. Obwohl sie viel zahlreicher wären als die Menschen, würden sie kein ökologisches Problem darstellen - und zwar weil sie keinen Abfall produzieren, sondern einzig Nutzstoffe, die wiederverwertet werden können.

Die Ameisen sind das Lieblingsbeispiel von Braungart, Professor für Verfahrenstechnik und international renommierter Streiter für Ökologiethemen. Kaum jemand regt sich ähnlich qualifiziert über unnötigen Müll, seine Entsorgung und Feinstaubbelästigung auf - doch anders als gerade allgemein in Mode glaubt Braungart nicht, dass eine bloße Steigerung der Öko-Effektivität von Geräten und Verfahren eine Lösung für die Umweltprobleme der Welt ist. Dafür gebe es einfach zu viele Menschen auf der Erde, so der Professor. Statt dessen hat Braungart die Vision einer öko-effektiven Welt - einer Welt, in der keinerlei Abfallprodukte entstehen, weil alle benutzten Materialien in geschlossenen natürlichen oder technischen Kreisläufen bleiben. Damit das funktioniert, so Braungart, müsse aber alles, was wir sehen, noch einmal neu erfunden werden - und zwar nach den Prämissen seiner Öko-Effektivität.

Gemeinsam mit seinem US-amerikanischen Kollegen William McDonough hat Braungart ein Buch geschrieben (”Craddle to Craddle - Remaking the Way we make things” heisst es), in dem sie bei Produktion und Verwertung von Produkten ein nachhaltiges Umdenken einfordern.

Braungarts Ideen sind weltweit nicht ohne Einfluss. Kürzlich wurde der Wissenschaftler in den Beirat des Weltzukunftsrates berufen, und auch in den USA gilt er als einer der renommiertesten Umweltexperten.

Der New Yorker Autor Colin Beaven etwa versucht mitten in seinem Appartment in Manhattan Braungarts Idee von einem öko-effektiven Leben umzusetzen - indem er versucht, seine Müllproduktion und seinem Energieverbrauch auf Null zu senken und sich dem Ideal eines CO2-neutralen Lebens anzunähern. Eher Liberaler als klassischer Ökofreak schildert Beavan seine Erlebnisse hier in seinem Blog.

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