G8 lässt Afrika hängen
30. April 2007 | Von ml | Kategorie: Read the World!Gerade einmal ein Zehntel der Finanzhilfen, die die G8-Staaten auf ihrem letzten Gipfel als Hilfe für den afrikanischen Kontinent versprochen haben, sind bereits zur Verfügung gestellt worden. “Grund zur Sorge”, konstatierte der Africa Progress Panel, der die Einhaltung der G8-Verpflichtungen gegenüber Afrika kontrollieren soll. “Wenn die Bemühungen, die Hilfe bis 2010 zu verdoppeln, nicht bald verstärkt werden, wird es zu spät sein”, warnte der Vorsitzende des APP, der ehemalige Uno-Generalsekretär Kofi Annan.
Hintergrund: Auf dem letzten G8 Gipfel in Schottland hatten G8 und EU versprochen, afrikanischen Staaten bis 2010 50 Mrd. US-Dollar Entwicklungshilfe zur Verfügung zu stellen und den ärmsten Ländern Schulden im Gegenwert von 40 Millarden Dollar zu erlassen. Doch das Eintreiben dieses Geldes im Westen läuft erst schleppend an.
„Wie der Westen Afrika im Stich lässt“ titelt dazu der Artikel der Online-Ausgabe des deutschen Wochenmagazins „Der Spiegel“.
Von einer „Verzögerungstaktik“ spricht die britische Tageszeitung „The Guardian“.
Die USA sollten in dem Prozess eine Führungsrolle einnehmen, zitiert die „Washington Post“ den US-Entwicklungshilfeminister Rubin.
Schon im Vorfeld des APP-Vorstoßes sprach die Ghanaische Zeitung „Statesman“ von einer Stagnation der Afrika-Hilfe, die die G8-Versprechen gefährde.

